Poesie - Weingut Weiss-Welle

WEINGUT - BUSCHENSCHANK
WEISS-WELLE
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Das nachfolgende   Gedicht von Fritz Pollinger  mit  der Illustration
stammt  aus  unserem  Gästebuch  und  ist  datiert  mit  August  1967.

Wo Rebengärten weit und breit
Sich ans Gelände schmiegen,
inmitten dieser Herrlichkeit
sieht man ein Häuschen liegen

Ein steiler Hang führt in das Tal,
frei ist der Blick im Kreise
und schon der erste Sonnenstrahl
küsst seine Reben leise.

In diesem Hause liegt ein Zwerg,
ein Kobold, auf der Lauer
der jeden Gast auf diesem Berg,
besiegt nach kurzer Dauer.

Im Fasse wohnt der kleine Wicht,
und niemand kann ihn sehen,
doch den Besucher frage nicht,
der spürt sein Werk beim Gehen.

Mit jedem echten Gläschen Wein,
vom Hausherrn aufgetragen,
schlürft man den Geist in sich hinein,
mit wonnigem Behagen.

Er macht uns heiter und beschwingt,
schenkt Lust und Freud dem Zecher
bis ihm sein neckisch Spiel gelingt –
mit jedem neuen Becher.

Der Wichtel wird zum Riesen bald
Im einen oder andern,
nimmt ihm mit heimlicher Gewalt
das Gleichgewicht beim Wandern.

Er nistet sich im Kopfe ein,
stört unsere Gedanken,
wenn wir beschwipst vom guten Wein
spät abends heimwärts wanken.



Des Morgens ist der Kopf ganz klar,
wo ist der Wicht geblieben?
Der doch in uns gewesen war –
und es so arg getrieben!

Zurückgekehrt ist er ins Fass,
und kichert dort ganz leise.
Er trieb mit uns nur seinen Spaß,
so recht nach Wichtelweise.





Doch wird das Fässchen einmal leer,
zieht auch der Wicht von hinnen,
es lockt ihn dann erst wieder her
bis neue Trauben rinnen.

Drum soll, solang dies Haus besteht,
der Geist niemals verschwinden.
Selbst wenn die Welt in Trümmer geht –
Sei er im Fass zu finden.

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